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5 Zusammenfassung

Das Ziel dieser Diplomarbeit war die Entwicklung eines Transaktionskonzepts für die Objektbank ConceptBase . Das Studium klassischer Konzepte ergab wenig überaschend, daß sie für eine Datenbank zur Entwurfsunterstützung wie ConceptBase wenig brauchbar sind. Insbesondere die hohe Isolation der Benutzer widerspricht der Notwendigkeit zu Kommunikation und Kooperation zwischen den Entwicklern. Als Nebeneffekt der Untersuchungen wurde festgestellt, daß Verfahren, die Lesezugriffe über einen längeren Zeitraum verweigern, für deduktive Datenbanken ungeeignet sind, und es wurde versucht aufzuzeigen, welche Probleme die Verbindung deduktiver Datenbanken mit Transaktionskonzepten bisher behindert haben.

Aber auch sogenannte fortgeschrittene Verfahren, die zur Verwendung in ähnlichen Anwendungsbereichen wie ConceptBase entworfen wurden, erwiesen sich als nicht anwendbar. Verursacht wurde dies durch komplizierte Vorausleistungen der Benutzer (Kompensationsfunktionen, Spezifikation von LR(0)--Grammatiken), durch mangelnde allgemeine Verwendbarkeit (NSE) sowie durch das Basieren auf objektorientierten Eigenschaften (Kommutativität von Objektmethoden).

Aus diesem Grund wurde von den klassischen ACID--Eigenschaften und den Vorteilen einiger fortgeschrittener Konzepte ausgehend ein neues optimistisches Konzept entwickelt, das bei Konsistenzsicherung und Isolation ungewöhnliche Wege geht. Der Wahl des Isolationsgrad zwischen den Transaktionen bleibt dem Anwendungsentwickler überlassen, wenn er in seiner Freiheit auch etwas durch die notwendige Aufteilung der Transaktionen in Gruppen eingeschränkt wird. Der in ConceptBase vorhandene Integritätstester übernimmt alleinverantwortlich die Aufrechterhaltung der Konsistenz, wobei ihm Benutzer ihre Korrektheitsvorstellungen durch die ebenfalls schon vorhandenen 'Constraints' mitteilen können. So von der Pflicht zur Sicherstellung der Serialisierbarkeit entbunden, konnte ein optimistisches Konzept verwirklicht werden, das im Gegensatz zu vielen anderen optimistischen Verfahren möglicherweise praktisch anwendbar ist.

Dem so erhaltenen Konzept fehlt die Eleganz eines einheitlichen Ansatzes oder einer zugrundeliegenden theoretischen Abhandlung, wie sie die meisten Konzepte in der Literatur inzwischen besitzen. Es erfüllt jedoch die gestellten Anforderungen und läßt sich auf einem vorhandenen Betriebsystem realisieren. Durch die in der Implementation teilweise erreichte Fähigkeit, verschiedene Benutzer von mehreren 'Threads' gleichzeitig bedienen zu lassen, kann die Mehrprozessorarchitektur der neueren Sun--Computer ausgenutzt werden.

Eine erfolgreiche Integration in ConceptBase wurde durch konzeptunabhängige Schwierigkeiten verhindert, so daß sich auch dieses Konzept in die Reihe der interessanten aber niemals angewendeten Transaktionsverfahren eingliedert. Die Integrationsschwierigkeiten führen allerdings zu dem Schluß, daß jedwedes Transaktionskonzept für ConceptBase auf nur schwer zu überwindende Probleme treffen wird.



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Markus Baumeister
Fri Jun 9 15:38:00 MET DST 1995