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3.1.6 Zeitstempelverfahren

Während bei den Sperrverfahren die Serialisierungsreihenfolge der nebenläufigen Transaktionen nicht von vorneherein feststeht, werden sie bei Zeitstempelverfahren in der Abfolge ihres Beginns serialisiert. Hierzu erhält jede Transaktion einen (streng monoton aufsteigenden) Zeitstempel, der für Konflikttests genutzt wird: Bei jedem Zugriff auf ein Datum wird überprüft, ob bereits eine Transaktion mit jüngerem Zeitstempel eine in Konflikt stehende Operation auf diesem Datum ausgeführt hat. Ist dies der Fall, so wird die ``zu spät gekommene`` Transaktion abgebrochen und muß neu beginnen. Die jüngsten Zeitstempel für jede Zugriffsart müssen für jedes Datum abgespeichert werden. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt in der impliziten Verhinderung von Deadlocks. Die Menge der akzeptierten Operationsreihenfolgen liegt schief zu der von 2PL, so daß sich Aussagen über die Leistungsfähigkeit nur schlecht treffen lassen.

Das bisher dargestellte Konzept entstammt [BHG87]. [BK91] beschreiben unter dem gleichen Namen ein Verfahren, das auf 2PL aufsetzt. Es verhindert Deadlocks, indem es Transaktionen je nach Zeitstempel abbricht, statt sie zu blockieren, wenn sie eine Sperre nicht erlangen können.





Markus Baumeister
Fri Jun 9 15:38:00 MET DST 1995